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                            CROSSING SELVES    
. . . . . . . . . . . . . . ABSTRACT
Crossing Selves ist ein interaktives Spiel mit verschiedenen Communities und ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen, ein Spiel mit dem Computer, das Texte, Bilder und Töne verwendet. Das Projekt basiert auf Auseinandersetzungen mit Gender-Studies und gesellschaftstheoretischen Fragestellungen, wie die Wahrnehmung der Realität durch die Informationstechnologien verändert werden.
                            THEORETISCHE ANSäTZE
SPRACHE UND STRATEGIE
   
                            FRAGEN
Uns interessiert, wie sich pragmatische Kommunikationsformen auf der syntaktischen Ebene der Sprache in unterschiedlichen Geschlechtergruppen manifestieren und welche Haltungen Frauen und Männer dem Computer gegenüber einnehmen. Ein Ausgangspunkt unseres Forschungsinteresses war auch die Frage, warum nur wenige Frauen (besonders in der Schweiz) in der Informatik tätig sind.
 
. . . . . . . . . . . . . . RESULTATE DER STUDIEN


Frauen verhalten sich untereinander signifikant häufiger kooperativ und verwenden Paraphrasen, um Handlungen zu initiieren. In Männergruppen dagegen dominiert die Konkurrenz und syntaktisch die Befehlsform als Handlungsanweisung.

Mit dem Computer wird in einer sprachlichen Kurzform kommuniziert, die syntaktisch Befehle sind. Problematisch ist jedoch nicht die Sprachebene, sondern die Intention zum Computer. Männer personifizieren den Computer häufiger und betrachten ihn als männlich-funktional, Frauen dagegen benutzen ihn stärker als Instrument und interessieren sich für seine Anwendungsmöglichkeiten und sozialen Auswirkungen.

Diese Untersuchungen zeigen, dass durch verschiedene Verhaltensweisen und Ausdrucksformen unterschiedliche Communities gebildet werden, die dem Verhalten eines bestimmten Self entsprechen oder entgegenstehen.

In CROSSING SELVES werden solche stereotypen Communities auf der Sprachebene verwendet. Auf Fragen des Computers, die syntaktische Stereotypen darstellen, kann die Spielerin unterschiedlich antworten: kooperativ, konkurrenzierend oder indifferent.

Auf der strategischen Ebene hat die Interaktion der Spielern einen Einfluss auf den Spielablauf. Kooperierendes Verhalten führt zu einer beschleunigung des Spielverlaufs, konkurrenzierendes zu einer Verlangsamung.

 
                            BILDER UND TöNE


Baudrillard beschreibt in seinem Aufsatz " Die Simulation " und ausführlicher in seinem Buch " Das perfekte Verbrechen", dass unsere Gesellschaft zur Metaphysik des Indeterminismus und des Codes tendiert. Dadurch wird der Verweischarakter des Zeichens aufgehoben und der Illusion beraubt. Die Simulation aus dem Code tritt an seine Stelle. Das Reale wird simuliert und in seiner Verdoppelung zum Hyperrealen. Perfekt wird die Simulation, wenn sie zur Realität wird.

Die Bilder und Töne in CROSSING SELVES sind aus Codes simuliert und haben keinen Verweischarakter auf etwas anderes als den Code. Auch wenn zu Beginn die Spielerin die Illusion erhält, sie oder er könne Handlungen des Computer auslösen, wird diese Illusion mehr und mehr geraubt und der Computer simuliert die Bilder nach eigenem Programm. Die Maschine hat sich quasi vom Menschen losgelöst

 
                            DAS SPIEL


CROSSING SELVES ist ein Spiel mit dem Computer und endet immer in der Erschaffung der intelligenten, vom Menschen unabhängigen Maschine (im Spiel). Unser Ziel ist der Weg dorthin durch verschiedene Communities. Die Interaktion mit dem Computer hat direkten Einfluss auf den Weg, das heisst den Spielablauf .

Das Spiel verläuft auf zwei Ebenen. Einerseits bewegt sich die Spielerin / der Spieler durch unterschiedliche Communities, anderseits versucht sich der Computer vom Menschen zu verselbständigen, was ihm letztendlich immer gelingt. Wir möchten dadurch verschiedene Sichtweisen und Erfahrungsräume öffnen und hoffen, dass Fragen zu diesen gesellschaftlichen Entwicklungen ins Bewusstsein treten.