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                            CROSSING SELVES          
                              Fragestellungen zur Recherche        
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Gender Studies
Umgang mit Technik - Technikverweigerung
Computersprache - natürliche Sprache => verschiedene Codes

 

 

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                              Material        
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Verschiede Untersuchungen, vor allem durch Frauen im englischen Sprachraum, gehen Fragen der unterschiedlichen grammatikalischen Ausprägungen in der Sprache von Frauen und Männern nach und versuchen Erklärungen für die Differenzen zu finden. Eine wichtige Unterscheidung wird im Gebrauch von grammatischen Strukturen erkannt, die entweder gender-exclusive oder gender-prefential sind. Gender-exclusive sind z.B. die unterschiedlichen Begriffe im Japanischen für Frauen und Männer, um das Ich als Subjekt zu benennen ( Talbot S.4). Die Differenz zwischen gender-exclusive und gender-preferential scheinen mit industrialisierten und nicht-industrialisierten Gesellschaften zu korrelieren. Weil in Sprachen wie dem Englischen und Deutschen die unterschiedliche Verwendung nicht linguistisch determiniert ist, sondern sozial bestimmt, analysieren die meisten Untersuchungen den gender-preferential Gebrauch der Sprache. ( Coates S. 9 ff)

Netlinks

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Gleichaltrige weibliche und männliche Jugendliche wurden anhand ihrer sprachlichen Ausdrucksweise untersucht, inwiefern sie Standard-Englische oder Nicht-Standard-Englische Grammatik verwenden. Beide Geschlechter verwenden Nicht-Standard-Englisch und markieren damit auch den lokalen Gebrauch der Sprache. Auffällig ist, dass Frauen und Männer im allgemeinen nicht die gleichen linguistische Strukturen verwenden, um das Lokale zu betonen. Frauen bilden mit dem Erwachsen werden tendenziell mehr stilistische Variationen heraus und verwenden häufiger Standard-Englisch.
Soziale Erklärungsmöglichkeiten: Frauen und Männer teilen nicht den gleichen Prestige Standard. Junge Frauen versuchen sich stärker am externen sozialen Gebrauch der Sprache zu orientieren, wo hingegen die jungen Männer die Nicht-Standard-Form als Ausdruck ihrer Männlichkeit und Rebellion gegen das Establishment verwenden. Frauen sehen häufig in der Anpassung ihrer Sprache an die Gesellschaft bessere Berufsmöglichkeiten, wohingegen Männer z.B. in einem handwerklichen Beruf keine Notwendigkeit für diese Anpassung sehen

Die geschlechtsbestimmten und lokalen Unterschiede im Gebrauch einer Standard-Sprache und deren Abweichungen sind stark Gruppen bildend. Cheshire, Eisikovits. Nichols. Eckert

 

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. . . . . . . . . . . . . . Das Spiel von Mädchen und Knaben war Untersuchungsgegenstand unter der Hypothese, dass Mädchen und Knaben unterschiedlich in der jeweiligen Gruppe miteinander kommunizieren und agieren. Die männlichen Gruppen bildeten sogleich eine hierarchische Ordnung und einer war ihr Chef. Er erteilte explizite Befehle, die pragmatische Handlungsanweisungen waren, an seine untergebenen Gruppenmitglieder und erwartete deren Ausführung. Viele dieser Befehle zielen auf die Degradierung der anderen Spieler ab, um den eigenen Status zu festigen. Das Kommunizieren der untergeordneten Knaben beschränkte sich auf das (indirekte) Fragen nach klärenden Informationen oder die Bitte um Erlaubnis, etwas zu tun. Die Mädchengruppen kannten keine Leaderin sondern alle partizipierten an einer Entscheidung. Sie sagten z.B.:< Lass uns dies tun. Komme wir machen es so > Sie sprachen in der Regel in der modalen Möglichkeitsform, um eine gleichberechtigte Beziehung in der Gruppe zu bilden und machten Vorschläge. In Situationen, wo Befehle notwendig sind, wurden meist paralinguistische Formen wie Gelächter, singende Intonation und Ironie verwendet. Das Entstehen von Hierarchien wurde vermieden. Die Kommunikation basierte auf Verhandlungen. Es fällt dagegen auf, dass Mädchen in Familienspielen mit Beziehungen wie Mutter-Kind, die Spielmutter dem Spielkind explizite Befehle erteilte. Die Spielkinder versuchten dagegen, die Befehle auf irgend eine Weise zu unterlaufen. Die Mädchen verwenden abhängig von der Situation eine grössere Anzahl möglicher sozialer Gesellschaftsformen als Knaben. Harness

 

 

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Von der internationalen Handelsbilanz von Wörtern.

"Alles, so scheint es, ist sagbar, und manches unsäglich. Was nicht ausschliesst, dass wir auf Schritt und Tritt aneinander vorbeireden und uns missverstehen. Man nennt das, je nach Umständen, menschliche Beziehungen oder, ein paar Stufen höher, Politik. Die Meisterleistungen der Sprache und ihr Unvermögen bleiben faszinierend. Gleicherweise sind wir alle etwas gespalten angesichts des Zustands der sich wandelnden Sprache.

Da mischen sich Bewunderung und Schrecken über das, was fast unbemerkt abläuft; man freut sich über das Geglückte und kann sich nicht wehren gegen alles andere, was über uns herkommt. Die meisten sind gleichzeitig Neuerer und Puristen. Hilflosigkeit macht sich breit, und es nützt mir wenig zu wissen, dass ich es bin, der die Sprache mitbestimmt als kleiner Tropfen im grossen Ozean. Und wenn nur alle anderen Tropfen dieselben Vorurteile hätten, dann könnten wir zusammen schon etwas zustande bringen, und niemand würde mehr < Technologie > schreiben, wo es die < Technik > auch tut, und allgemeiner Abscheu würde alle daran hindern, eine Aussage mit < Ich gehe davon aus >zu beginnen. Wir sind alle selber schuld und können doch nicht viel tun. Die Sprache umgibt uns, und gleichwohl sind wir sie, es verhält sich wie mit der Umwelt, deren Zerstörung ich ohnmächtig ausgesetzt bin und die ich doch mit zugrunde richte. Nun, die Sprache geht, allen Unkenrufen zum Trotz, nicht kaputt, sondern lebt weiter, wenn auch nicht ganz so, wie wir es gerne hätten. Wie wer es gerne hätte? Wer bestimmt eigentlich über die Sprache: eine Akademie, der Duden, die besten Schriftsteller, die Werbeleute, die Medien? Zu allem kommt, dass es zwar Sprachexperten gibt, Wissenschafter mit besonderen Kenntnissen, dass wir andererseits aber alle, die wir sprechen und schreiben, mitreden wollen (und dürfen). Wir könnten alle auf die Strasse gehen und rufen: < Wir sind die Sprache! > So sieht sie denn auch aus. " Senn

 

       
                           

"Der Kampf um die Macht ist ein Kampf um die Sprache: Wer das Sagen hat, sagt auch, wie etwas gesagt wird. Das gilt nicht nur für Diktaturen.Die Sprache an sich ist ein neutraler Bestandteil der politischen Kultur, ein nichtideologisches System von Zeichen, der wichtigste (wenn auch nicht einzige) Code gesellschaftlicher Verständigung. Doch dieselbe Sprache kann vom Menschen auch zur Waffe umfunktioniert werden. Noch dazu zur zweischneidigen Waffe. Denn einerseits kann die Macht die Sprache zum Instrument seiner Herrschaft, der Desinformation und der Gehirnwäsche, des Betrugs und der Aggression machen, andererseits, und das geschieht oft gleichzeitig, kann auch die unterdrückte Gesellschaft die Sprache in den Dienst ihres Kampfes gegen eben dieses Macht stellen, sie als Instrument der Kommunikation zwischen den Unterdrückten und Erniedrigten, als Waffe in ihrem Kampf um Würde und Unabhängigkeit einsetzen." Kapuscinski

       
                           

Im WS 89/90 waren 8 % der InformakikstudentInnen Frauen, in der BRD zwischen 10 und 14 %. Eine neuere Studie belegt, dass heute der Frauenanteil in den Informatikberufen immer noch unter 10 % liegt.

In einer Studie wurden Frauen und Männern in benachbarten Berufen (BuchhalterInnen, ControllerInnen) befragt, wie sie die Informatikberufe beurteilen und verglich die Aussagen mit InformatikkerInnen und deren Einschätzung ihres Berufes.

Die Frauen insgesamt werten die Informatik stärker als technischen Beruf als die Männer (siehe Stammbach). Nicht-Informatikerinnen bewerten die Technik oft mit Eigenbrötlerei und mangelnder Kommunikation. InformatikerInnen dagegen nannten gerade den Umgang mit Menschen, neben dem Interesse am Fachgebiet, als eine wichtige Eigenschaft ihres Berufes.

Die Studie folgert, dass in der Schweiz nicht die effektiven Anforderungen der Informatikberufe ausschlaggebend sind, dass so wenige Frauen diesen Beruf ergreifen, sonderne eine unvollständige und verzerrte Wahrnehmung. Die Gründe für diese Untervertretung, hat die Studie nicht erarbeitet. Auf Verbesserungsmöglichkeiten angesprochen, haben die befragten Frauen u.a. auch einen geschlechtergetrennten Informatikunterricht an den Schulen vorgeschlagen. NZZ

Studien von Frauen sehen diese Technikdistanz in einem sozialen Zusammenhang. Da die Informatik als typisch männliches Gebiet angesehen wird, wird den Frauen aufgrund ihrer Sozialisation jegliches Interesse an der Technik aberzogen (S.3). Die Ausgrenzung von Frauen ist eine Frage der Communities mit je eigenem Sprach-Verhalten. Frauen befinden sich deshalb in einem ständigen Dilemma: "Beugen wir uns den Sprachregeln, so verleugnen wir unsere Identität, erhalten wir den Stempel unweiblich. Durchbrechen wir aber diese Regel und folgen den eigenen Bedürfnissen, werden wir nicht ernst genommen. Man spottet über uns als unwissenschaftlich und naiv." (S.4)
Stammbach

       
                           

Mädchen gehen anders mit Computern um als Knaben. Sie interessieren sich weniger für die funktionsweise und technischen Aspekte des Computers, sondern für die Einsatzmöglichkeiten und sozialen Auswirkungen. Sie lösen eine Aufgabe zuerst theoretisch, bevor sie diese ausführen, während die Knaben sich direkt an den Computer setzen und probieren. Befragungen von SchülerInnen zeigen jedoch, dass bei beiden Geschlechtern die Meinung vorherrscht, die Knaben gingen theoretisch vor und die Mädchen würden mehr ausprobieren. Dies ist Ausdruck eines Stereotyps, dass Knaben rational und logisch vorgehen, während Mädchen spontan und emotional sind. (S.11)

Mädchen arbeiten lieber in Gruppen am Computer und verhalten sich kooperativ. Knaben dagegen sitzen am liebsten alleine vor der Maschine und verhalten sich in Gruppen konkurrenzierend. In gemischen Gruppen werden aufgrund dieses unterschiedlichen sozialen Verhaltens die Mädchen vom Computer weggedrängt und zu Zuschauerinnen degradiert. Dies führt zur Double-Bind-Situation: Jungen trauen Mädchen nicht zu, mit Computern zu umgehen zu können, und wenn Mädchen trotzdem interessieren sind, gelten sie als unweiblich. Egal was die Mädchen tun, es ist auf jeden Fall falsch. (S.12)
Stammbach

Untersuchungen von Stammbach und Waibel zeigen, dass Männer eine grössere emotionale Nähe zum Computer entwickeln als Frauen. Frauen betrachten den Computer weder als weiblich noch als männlich, sondern als Maschine. Männer neigen dazu den Computer als männlich zu betrachten. Aus dieser Distanz hinterfragen die Frauen die Technik und ihren Einsatz kritischer als Männer.

In Softwarehandbüchern besetzen "Autoren den Computer eher mit menschlichen Metaphern, insbesondere schreiben sie Ihm eher die Fähigkeit zu selbständigem Handeln und konkurrenzierenden Verhalten zu. Autorinnen Benüzuen diese Metapher seltener, sie setzen Programm und Computer eher mit Maschine gleich und beschreiben Programmabläufe funktionaler.

1983 wählte das Time-Magazine den Computer zum Mann des Jahres! Stammbach

       
 

Um die Interaktion und Programmierung von Computern zu beherrschen, ist keine differenzierte soziale Sprachkompetenz notwendig. Das Berufsbild einer InformatikerIn dagegen verlangt in einzelnen Teilbereichen eine starke sprachliche und soziale Kompetenz, z.B. in der Analyse der Geschäftsfälle, die im Team mit den Fachbereichen erarbeitet werden.

 

Der Computer versteht nur Befehle, oder freundlicher ausgedrückt, Anweisungen. Ich sage ihm, was er zu tun hat und er liefert mir die Antwort, wenn nicht, habe ich ihm unklare Befehle erteilt. Der Code eines Programms, in welcher Programmiersprache auch immer, wird assembliert, d.h. jede Codezeile wird in eine Anzahl kleinster Einheiten expandiert, die genau einem Befehl entsprechen, den der Computer ausführen kann. Jede dieser Einheiten beginnt mit einem Befehl, gefolgt von seinen Parametern. Z.B. kann der Computer ADD a b berechnen, indem er b zu a addiert und das Resultat im Datenspeicher des Prozessors an der Stelle des ursprünglichen a ablegt. Natürlich versteht der Computer kein Englisch! Der Befehl ADD wird vor der Ausführung in eine Abfolge von 0 und 1 umgewandelt. Diese Sprache beherrscht der Computer perfekt, der Mensch kann dieses 0-1 Gewürm nicht mehr entziffern.

 

Der Computer versteht 0 und 1, das mag sinnvoll sein. Doch warum schafft der Mensch aus diesen Primitiven keine Programmiersprachen, die ein freundliches Kommunizieren mit der Maschine zu lässt? Warum heisst ein Befehl ADD a b? Er könnte auch KANNST DU MIR BITTE SAGEN WIEVIEL a UND b ERGIBT? heissen. Oder statt: SELECT * FROM y WHERE z='GENDER' könnte mein Interesse am Informationsspeicher des Computers lauten: BITTE SCHAUE IN DEINER BIBLIOTHEK y NACH, OB DU ETWAS ZUM THEMA ‚GENDER' FINDEST. MICH INTERESSIEREN ALLE INFORMATIONEN, DIE DU HAST.
Alles eine Frage des Parsings. Natürlich ist es viel einfacher, Computer-Interfaces mit trockenen Kurzbefehlen zu schreiben. Nachdem in den 70-er und 80-er Jahre der Traum von der natürlichsprachlichen Eingabe ausgeträumt war, warten immer noch viele auf die nächste Dekade der nächsten ultrasuperschnellen Rechner und hoffen, damit alles im Griff zu haben. Wer fragt sich schon, ob die Welt wirklich nur aus Nullen und Einsen besteht?

 

Maria Mies wertet die Technik und den Computer als inhärent männlich, kapitalistisch-patriarchalisch, da Computerprogramme meist hierarchisch aufgebaut sind und nach einer zweiwertigen Logik funktionieren, die keine weitere Möglichkeit zulässt. Stammbach

 

Ein Beispiel zum Wortschatz von Programmanweisungen."Da werden Dateien gekilled, Fehler eliminiert, und aus der Ausführung eines Programms wird die Exekution." (S.36) Stammbach

 

Das Internet hat kein Zentrum und wird deshalb von vielen als weiblich beschrieben. Doch hat es wirklich keine Zentren? Warum streiten sich Firmen vor Gericht, weil die eine Firma auf einer ihrer Sites einen Link auf eine Site der anderen Firme angebracht hat, statt wie gewünscht auf das Portal mit den vielen Werbebannern der anderen Firma? Besteht das Internet nicht aus der Verbindung vieler kleiner Zentren (jede sich als Zentrum der Welt wähnend)?

 

Das Internet hat eine syntagmatische und eine paradigmatische Struktur. Das Syntagma verbindet assoziativ unterschiedliche Informationen aus verschiedenen Kontexten miteinander und bildet ein Netzwerk. Das Paradigma basiert auf der Ersetzung einer Information durch eine andere im gleichen Kontext und basiert im Internet auf einer hierarchischen Struktur. Unsere Sprachen sind sowohl syntagmatisch als auch paradigmatisch. Nur so können wir einander verstehen und trotzdem immer wieder etwas Neues sagen.

 

Ada
"1842 veröffentlichte Luigi Menabrea, ein italienischer Militäringenieur, seinen Grundriss der von Charles Babbage erfundenen Analytischen Maschine. Ada, Gräfin von Lovelace hat diesen Artikel übersetzt und Babbage geschickt. Dies war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Babbage und Ada A.A.L.
Ada schrieb eine Anmerkung zum Text, die "dreimal so lang und erheblich einflussreicher als der eigentliche Text war, zu dem es eine blosse Anmerkung darstellen sollte. Hundert Jahre bevor die erste Hardware gebaut werden sollte, hatte Ada das erste Beispiel für das hervorgebracht, was später als Computer-Programmierung bekannt wurde." S. 16 Plant SMN

 

Grace Hopper
Die Programmierung der ersten Computer war Frauensache (40er Jahre), weil Programmierung als Büroarbeit verstanden wurde, während die Hardware eine Männerdomäne war. Grace Hopper war eine der berühmt gewordenen Programmiererinnen. Sie schrieb die Software für den ersten programmierbaren Computer und erfand den Ausdruck BUG für Fehler und DEBUG für die Fehlersuche und -behebung. Sie machte Karriere als Programmiererin, schrieb den ersten Compiler für eine höhere Programmiersprache und war an der Entwicklung der Sprache COBOL beteiligt. Als die Bedeutung der Programmierung erkannt wurde, sank der Frauenanteil und wurde männlich besetzt. S.134/158 Plant
S.10 Stammbach


"Frauen können nicht addieren, hat er einmal gesagt, im Scherz. Als ich ihn fragte, wie er das meinte, sagte er: Für sie ist eins und eins und eins und eins nicht vier.
Und was ist es für sie? fragte ich und erwartete, fünf oder drei.
Einfach nur eins und eins und eins und eins, sagte er." S. 25
Atwood

 

1478 wurde das erste Handbuch über die Arithmetik in Italien publiziert: "Beim Rechnen werden Zahlen und Ziffern dargestellt. Dies geschieht mit Hilfe von zehn Buchstaben oder Ziffern,...1,2,3,4,5,6,7,8,9,0. Von diesen wird die erste Ziffer, 1, keine Zahl genannt, sondern der Ursprung einer Zahl. Die zehnte Ziffer, 0, wird 'nulla' genannt, d.h. die Figur für Nichts, da sie für sich genommen keinen Wert hat, jedoch mit anderen zusammengefügt deren Wert erhöht." S. 61 Plant

 

Wer kam auf die Idee in guter dualistischer Manier, die 0 und 1 mit Frau und Mann zu assozieren, das perfekte Paar? Die 1, der Penis, der Mann ist alles, die 0, die Vagina, die Frau ist nichts! "Lacan legt das Gesetz fest und lässt keinen Zweifel: 'Eine Frau gibt es nur als ausgeschlossen von der Natur der Dinge.' Sie ist 'nicht-alles', 'nicht-ganz', 'nicht-eins' und was immer sie weiss, lässt sich nur als 'Nicht-Wissen' beschreiben. Es gibt 'nicht so etwas wie Die Frau, wo der bestimmte Artikel für das Universelle steht'. Sie hat kein Zuhause, nichts eigenes, nichts 'anderes als den Platz des Anderen...'" S. 42/43 Plant

 

"Hinsichtlich der Rolle, die sie spielen, lassen sich die Nullen und Einsen des Maschinencodes nicht einfach auf die binären Codes reduzieren, die ihre logischen Symbole repräsentieren. Wenn Null ein Loch bedeuten soll, eine Leerstelle oder etwas Fehlendes, und Eins das Zeichen von Positivität ist, kehren digitale Maschinen eine solche binäre Codierung um. Sowohl in elekronischen Systemen als auch bei den Lochkarten ... ist ein Loch Eins, und kein Loch ist Null, womit es zwei fehlende Elemente gibt, wenn Fehlen das ist, was sich von einem der beiden sagen lässt. Nicht länger eine Welt von Einsen und Nicht-Einsen, oder etwas und nichts, ... sondern vielmehr Nicht-Löcher und Löcher, Nicht-Nichts und Nichts." S.64 Plant

 

1950 entwickelte Turing den Turing-Test, um die Maschinenintelligenz zu messen. Er beruht auf einem Gesellschaftsspiel, indem ein Richter einem Mann und einer Frau, die ihm nicht sichtbar sind, Fragen stellt und herausfinden muss, wer die Frau ist. Der Mann muss also die Frau simulieren, die Frau sich selbst spielen. Turing ersetzte den Mann durch den Computer, der dadurch seine 'Menschlichkeit' beweisen soll, indem er als Frau erkannt wird. Are you a subhuman. S. 97/98 Plant

 

Ansicht , derzufolge
"eine künstlerische Theorie letzlich als Werbung für das künstlerische Produkt funktioniert, wie das künstlerische Produkt immer schon als Werbung für das Regime funktioniert, unter dem es entsteht.
Es gibt keinen anderen Raum als diese Ansicht, derzufolge etc." Broodthaers

 

Links:

Carrier - Melinda Rackham
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/rackha.html

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+ carrier investigates viral symbiosis in the biological and virtual domains, specifically the hepatitis C (HCV) epidemic, repositioning viral infection as positive biological merging with the flesh, rather than taking a defensive medical response to illness which sites the body as a detached battleground.
+ carrier is artificial intelligence embedded in the worldwide web - viral life swarming within the nervous system of our planet.
+ carrier explores the textures of intersections rather than contrasts of oppositions, elevating invalid code in a symbiotic ecology in both the biological and virtual domains.
+ carrier is a love story - an intimate romance between invasive virus and sentient host, an updated cyborg model for the emerging millennium, as we seek a way to culturally reposition ourselves to the dissolving natural/artificial/species divide.
+ carrier positions the contagious virus as a lively agent adapting in response to a changing environment, engaging with, and replicating within the receptive body. + carrier draws blood from immunology and immunosemiotics, integrating the dynamic of interrelating pure codes, whether they be within the immune system or the computer operating system.
+ carrier site integrates theoretical texts, digital imagery, synthesised voice, vrml, shockwave, java script, java applets and data based interaction; with imagery sourced from medical research, insect communities, and binary coding, and includes intimate real life experiences of living with chronic viral illness, which have been contributed anonymously from the internet.
"

Solitaire - Helen Thorington
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/thorin.html

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Solitaire is a narrative experiment that exploits the fun of a game and the challenge and satisfaction of telling a good story. Each card in the Solitaire deck contains an illustration and a short text. The user selects the texts he/she likes and clicks on the text: "Add this line". The selected text is automatically moved to the right side of the page, where the user can see it and the texts selected thereafter in the order in which they were selected. When finished, the user can choose to title and sign the story and place it in the Solitaire gallery, or not. The deck each user works with is selected randomly by the computer from an enlarging database of cards. Each deck contains 54 cards. 52 have texts and images on them. Two are Jokers or wild cards on which the player can write his own texts. These texts are added to the database of possible cards, thus insuring an increasing number of texts, greater variety among the stories, and eventually, multiple authorship.
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Machinate - Laiwan
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/laiwan.html

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"www.machinate...." is a virtual companion to the multi-media gallery installation titled "MACHINATE: a projection in two movements". The two movements refer to analogue and digital media, and the project uses 16mm film, video, audio, sculptural assemblage and the Internet. "MACHINATE" the installation includes "Kiss" a 16mm film loop for two projectors, "body: in the eye of the beholder" a video loop for two monitors, and "Ventriloquy" an audio assemblage. These works explore our consciousness of body in relation to analogue and digital mechanisms while subtly and poetically revealing phenomena manifested by these media. "www.machinate..." the website investigates and reconstructs these three works in virtual form. it comments structurally and phenomenologically on how virtuality changes and re-interprets the physical.
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Will-n-testament - Olia Lialina
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/lialin.html

"
Just my last will and intention to make it not in html but in word document style to have it more official and heavy
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Are you subhuman? - Liz MacDougall
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/macdou.html

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Are You Subhuman? is the corporate web site of the fictive Corporeal Corporation. This corporation puts a positive slant on the increasing valuation of humans for their ability to contribute to economic growth through an affinity with new technologies as compared to the decreasing value of those who struggle within the techno-corporate paradigm. The Corporeal Corporation offers, through the Quotient of Humanity Survey, a means by which you can be assessed for your ability to contribute to society in the context of increasing technological demands. In the value system of this corporation, one's humanness is correlated to their potential productivity. Those who do not engage with, or ideologically support, notions of progress dependent on technological development are deemed Subhuman. It is a beneficent gesture on the part of the Corporation to allow you to see in advance, what value you hold, in time to consider changing your status by either adapting, or by resisting even more. The Quotient of Humanity Survey asks you to rate yourself for personal characteristics, political values, technical skill and endurance under the stresses of a increasingly technological and non-organic environment. Those who need the organic world are warned by a poor rating that unless they adapt they will not survive. Animations on the site indicate the values of the CC. This site uses a pop culture form to question the value of progress and our deference to the ubiquitous corporate agenda. My aim is to infuse critical thinking with enjoyment and insidiously plant the seeds for counter culture thinking amongst those who are unwittingly complicit through constant internet browsing.
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Carnages - Eva Quintas & Mitsiko Miller
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/quimil.html

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Carnages is elaborated around the multiple connotations and imageries of anthropophagy and cannibalism. With a resolute parodic tone, the authors designed various short stories approaching the negritude, the war, the body, the food as symbolic spaces of resistance and assimilation.
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Generation Loss - Christine Stewart
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/stewar.html

"
'generation loss' is Christine Stewart's first webart installation, and was possible through funding by the BC Arts Council and produced in part during her 1998 residency in Finnish Lapland as part of Polar Circuit 2. A continuation of the subject matter broached in her work 'Phonebook', 'generation loss' is a gathering of perspectives on naming patterns from women (and some men) of many different walks of life. The primary issue of concern relates to the maiden name and what it means to change one's name in terms of erasure of female history, state and sense of self identity, and representation of culture. The main interface of the site is navigated via a QTVR user-animated tree, through which the various seasons are accessed. Each season is representative of a different aspect of consideration, historical context, practicalities, concept of family and lineage and so on.
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Stream - Angie Eng
http://www.studioxx.org/maid2000/webart/eng.html

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EMPTY VELOCITY is a 21st Century Taoist journey of stop motion interruptions, connections moving simultaneously and emptied spaces of random velocity. Imagery and text based on Eastern philosophy of finding one's center and understanding "emptiness" is combined with symbols of transitional points and travel. Bridges, tunnels, roads, stairwells flow in succession as rooms as well as pathways. Both negative and positive energies in the form of velocity are represented along the journey. Positive energy is represented in tai-chi movements within the spaces. Negative energy is represented by imagery of "accidents" caused by accelerated life. These forces of physical and cyber work together to express the vital energy (ch'i) of the web nomad and his innate quality of constant movement.
"

 

matrix.64 - Christina Goestl                    
http://www.matrix64.net/main_nn.html

"
matrix.64 is an interactive application that explores text and visual media. Users add their own ideas, creating a digital tapestry.
"

 

Answers - Juliet Anne Martin
http://www.bway.net/~juliet/oooxxxooo/Answer.html

"
Lanuage poetry for the internet. Simple and beautiful. ASCII art for the rest of us.
"

 

Disgruntled Housewife: Your Guide to Modern Living & Intersex Relationships
http://www.disgruntledhousewife.com/index.html

"Your guide to modern living & intersex relationships". Diese Site präsentiert sich wie eine der vielen Werbeportale. Inhaltlich werden die Themen aus feministischer Sicht dargestellt. Witzig, aber déja vue!

 

Abstracts by Title
http://femrhet.cla.umn.edu/proposals/proposalstitle.htm

http://www.feminist.com/

CyberFeminist / OldBoys Network
http://www.obn.org/

gender Inn homepage
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/englisch/datenbank/e_index.htm

Recent news: Cyberfeminist symposium in Rotterdam
http://www.calarts.edu/~thefword/PGRecentNews032599.html

Cyborgs in Cyberspace
http://www.niu.edu/acad/gunkel/cyborg.html/id-pg.html

Information Sources: Feminist and Gender Studies
http://www.haverford.edu/library/reference/mschaus/femgen.html

nettime mailing list
http://www.nettime.org/

Chat mit einem Computer
http://www.jabberwacky.com/

 

 

 

Literatur:

Atwood, Margaret: Der Report der Magd, 1997, in Plant: Nullen + Einsen, Berlin 1998

Baudrillard, Jean: Das perfekte Verbrechen, München 1996

Baudrillard, Jean: Die Simulation

Broodthaers, Marcel: Für die Richtigkeit, 1974

von Braun, Christina: Das ein-gebildete Geschlecht, in: H. Belting, D. Kampers (Hrsg.), Der zweite Blick

Butler Judith: Hass spricht, Berlin 1998

Cheshire Jenny: Linguistic Variations and Social Functions, in Coates: Language and Gender, Oxford 1998

Coates Jennifer: Language and Gender, a Reader, Edited by, Oxford 1998

Eisikovits Edina: Girl-talk/Boy-tak: Sex Differences in Adolesent Speech, in Coates: Language and Gender, Oxford 1998

Eckert Penelope: Gender and Sociolinguistic Variation, in Coates: Language and Gender, Oxford 1998

Fraser Nancy: Widerspenstige Praktiken, Frankfurt 1994

Haraway Donna: Cyborg Manifesto, in Simians, Cyborgs and Women, New York 1991

Harness Goodwin Marjorie: Cooperation and Competition Acreoss Girl's Play Activieties, in Coates: Language and Gender, Oxford 1998

Kapuscinski Ryszard: Macht und Ohnmacht, die Sprache selber, in NZZ Folio, Oktober 1994

Morritt Hope: Women and Computer Based Technologie, USA 1997

Nichols Patricia C.: Black Women in the Rural South: Conservative and Innovative, in Coates: Language and Gender, Oxford 1998

NZZ Zuwenig Frauen in der Informatik, Studie ATEGRA Research Dez. 1999, 8. Feb. 2000

Plant, Sadie: Nullen + Einsen, Berlin 1998

Ritter Martina: Computer oder Stöckelschuh, Frankfurt 1994

Rötzer Florian: Flanieren in den Datennetzen, Cyberscpace,1996

Stammbach Margreth: Geschlechtsspezifisches Sprachverhalten in Softwarehandbüchern, Lizenziat, Zürich 1993

Senn Fritz: Wir sind die Sprache ! Von der internationalen Handelsbilanz von Wörtern, in NZZ Folio,Oktober 1994

Talbot Mary M.: Language and Gender, an Introduction, Oxford 1998

Tannen Deborah: Andere Worte, andere Welten, Frankfurt 1997

Wagner Hedwig: Theoretische Verkörperungen, Frankfurt 1998

Waibel Anna-Maria: Computerfrauen zwischen Hackerkultur und Technologiekritik, Konstanz 1992

 

 

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